Neun von zehn Finanzverantwortlichen geben an, unter Druck zu stehen, den ROI von KI nachzuweisen, während nur 7 % sagen, dass ihre Organisation Governance über die Geschwindigkeit der Einführung stellt
Avalara, ein führender Anbieter für agentische KI im Bereich globale Steuern und Compliance, hat heute neue Forschungsergebnisse veröffentlicht. Diese zeigen: Während Finanzteams unter Druck stehen, KI-Agenten so schnell wie möglich einzusetzen, kommen Governance, Verantwortlichkeit und interne Kontrollen kaum hinterher.
Für den Bericht „Agents of Change: How the Race to Deploy AI Agents is Outrunning Financial Governance“ wurden mehr als 1.500 CFOs und leitende Finanzverantwortliche in den USA, Großbritannien, Indien und Australien befragt, die im vergangenen Jahr KI-Agenten in Finanzprozessen eingesetzt, pilotiert oder aktiv geprüft haben.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Der Druck, den Nutzen nachzuweisen, wächst.
-92 % der Befragten verspüren moderaten oder erheblichen beruflichen Druck, nachzuweisen, dass ihre Investitionen in KI-Agenten einen ROI erbringen – die Hälfte bezeichnet diesen Druck als erheblich.
-Die Hälfte gibt an, dass ihre Initiativen mit KI-Agenten bislang nur einen begrenzt messbaren ROI erbracht haben.
-71 % sagen, dass sich der Druck beim Einsatz von Agenten in erster Linie auf die Geschwindigkeit der Einführung konzentriert.
Governance bleibt beim Ansturm auf agentische KI zurück.
-Nur 7 % sagen, dass ihre Organisation Governance über Geschwindigkeit stellt.
-30 % haben ihre internen Kontrollen im vergangenen Jahr nicht aktualisiert, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass KI-Agenten Maßnahmen ergreifen oder empfehlen.
-44 % sind nur einigermaßen zuversichtlich, dass sie die Handlungen eines KI-Agenten gegenüber einem Prüfer oder einer Aufsichtsbehörde erklären könnten.
Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Finanzabteilung im Spannungsfeld: Auf der einen Seite drängt die Führungsebene darauf, den Einsatz von KI-Agenten zu beschleunigen; auf der anderen Seite verlangt die operative Realität, dass diese Agenten sorgfältig gesteuert werden – gerade in den Bereichen Steuern und Compliance, wo Entscheidungen einer regulatorischen Prüfung standhalten müssen.
„Finanzverantwortliche tun gut daran, schnell zu handeln, um die Chancen der agentischen KI zu nutzen. Doch Tempo ohne Verantwortlichkeit schafft neue Risiken, und Geschwindigkeit ohne ein Überdenken der Arbeitsabläufe begrenzt den ROI“, sagte Hugo Sarrazin, Chief Executive Officer bei Avalara. „Die Organisationen, die den größten Nutzen aus KI ziehen, werden nicht einfach mehr Agenten einsetzen. Sie werden Agenten mit vertrauenswürdigen Daten, klar geregelten Arbeitsabläufen und eindeutigen Kontrollen nutzen – und so eine Automatisierung ermöglichen, auf die sie sich verlassen können.“
Verantwortlichkeit klar benennen
Die Untersuchung wirft Fragen darüber auf, wer für gravierende Fehler von KI-Agenten verantwortlich ist. So sagen beispielsweise fast einer von vier Befragten (23 %), dass die Verantwortlichkeit für einen schwerwiegenden Fehler eines KI-Agenten unklar wäre oder bei niemandem läge, während 16 % glauben, dass die Führungskraft, die die KI-Investition genehmigt hat, letztlich persönlich zur Verantwortung gezogen würde.
Eine der Herausforderungen ist mangelndes Fachwissen: 76 % fehlt es an eigener interner Expertise, um zu verstehen, wie ihre KI-Agenten funktionieren, weshalb sie sich auf die IT oder auf Anbieter verlassen.
„Von Finanzverantwortlichen wird verlangt, bei KI schnell voranzukommen. Doch um Agenten zu steuern, braucht es ein neues Zusammenspiel aus Fachwissen sowie Kompetenzen in KI, IT und Data Governance“, sagte Frank Cirone, VP Commercial Strategy bei Snowflake, einem Unternehmen für Cloud-Datenplattformen. „Sobald KI-Agenten Zugang zu Finanz- und Compliance-Arbeitsabläufen erhalten, müssen Organisationen wissen, was diese Agenten sehen können, was sie tun dürfen und wann eine menschliche Freigabe nötig ist. Diese Art von Kontrolle muss von Anfang an in der Architektur angelegt sein – und nicht erst im Nachhinein ergänzt werden.“
Finanzverantwortliche setzen neben Geschwindigkeit auf Vertrauen
Die Umfrage macht deutlich: Finanzverantwortliche wollen die Einführung von KI nicht ausbremsen, sondern verantwortungsvoll skalieren. Auf die Frage, was ihre Zuversicht beim Ausbau von KI-Agenten am stärksten erhöhen würde, priorisierten die Befragten durchgängig Funktionen, die Vertrauen und Verantwortlichkeit stärken:
-KI-Agenten, die innerhalb bestehender Systems of Record arbeiten (27 %)
-Ergebnisse, die auf verifizierten Steuer-, Compliance- und Finanzdaten beruhen (25 %)
-Abgleich mit bekannten Compliance-Anforderungen (25 %)
-Zusagen der Anbieter in Bezug auf Genauigkeit und Verantwortlichkeit (24 %)
-Prüfpfade, die jede KI-Aktion dokumentieren (23 %)
Als am wertvollsten stuften die Befragten die Funktionen „prüfungssichere Dokumentation für jede KI-gesteuerte Aktion“ und „Überwachung regulatorischer Änderungen und Einspielen von Aktualisierungen in Echtzeit“ ein – jeweils von 30 % genannt.
„KI-Agenten dringen nun in Geschäftsprozesse vor, die Vertrauen, Transparenz und Governance by Design erfordern“, sagte Jim Lundy, Founder, CEO und Lead Analyst bei Aragon Research. „Während Unternehmen agentische KI skalieren, geht es weniger um die Frage, ob die Technologie handeln kann, als vielmehr darum, ob Organisationen diese Handlungen verstehen, kontrollieren und erklären können. Im Finanzbereich, wo Arbeitsabläufe prüfbar sind und Ergebnisse echte geschäftliche Folgen haben, werden Governance und Erklärbarkeit zu unverzichtbaren Voraussetzungen für die Einführung.“
Der vollständige Bericht „Agents of Change: How the Race to Deploy AI Agents is Outrunning Financial Governance“ ist verfügbar unter: newsroom.avalara.com/image/Agents_of_Change.pdf.



