WM 2026: Wie ein Fußballturnier den weltweiten Internetverkehr prägte

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Cloudflare, Betreiber eines globalen Netzwerks mit über 330 Standorten weltweit, hat im Zuge eines neuen Reports ausgewertet, wie die Fußball-Weltmeisterschaft im Juni und Juli 2026 das Online-Verhalten rund um den Globus verändert hat. Das Ergebnis: Kaum ein anderes Ereignis bringt so viele Menschen dazu, gleichzeitig dasselbe zu tun – und das lässt sich Minute für Minute im weltweiten Datenverkehr ablesen.

Entscheidend war dabei weniger, wer spielte, als wann. Die stärksten Ausschläge entstanden, wenn Spiele mitten in der Nacht oder am frühen Morgen liefen – etwa zwischen Mitternacht und 8 Uhr Ortszeit, wenn normalerweise kaum jemand online ist. Fans, die aufblieben oder früh aufstanden, ließen den Verkehr mancherorts auf mehr als das Doppelte klettern. Wie sehr die Uhrzeit den Ausschlag gibt, zeigte das Achtelfinale Brasilien gegen Japan: Beide Länder verfolgten dasselbe Spiel mit zwölf Stunden Zeitverschiebung – in Japan (Anstoß tief in der Nacht) schnellte der Verkehr nach oben, in Brasilien (mitten am Tag) sank er sogar unter das übliche Niveau.

Beim Blick auf die Mannschaften hatte eine die größte Sogwirkung: Argentinien. Wann immer die Selección spielte, wich der Datenverkehr eines typischen Landes um rund 17 Prozent vom Normalwert ab – mehr als bei jedem anderen Team. Dahinter reihten sich Frankreich, Brasilien, Portugal, Marokko, Spanien und, getragen vom Haaland-Effekt, Norwegen ein.

Den größten weltweiten Ausschlag löste dabei nicht etwa das Finale aus, sondern das Viertelfinale Argentinien gegen die Schweiz (3:1) – noch vor dem Halbfinale Frankreich gegen Spanien. Selbst die kürzesten Unterbrechungen hinterließen Spuren: In den meisten Ländern stieg der Verkehr in der Halbzeit und sogar während der rund dreiminütigen Trinkpausen spürbar an, weil Zuschauer kurz zum Smartphone griffen. Nur wo viele das Spiel per Streaming verfolgten – etwa in Algerien oder Tunesien –, blieb dieser Effekt aus, weil der Stream während der kurzen Pausen einfach weiterlief.

Und noch ein Muster fiel auf: Rund um das Turnier verzeichnete Cloudflare deutlich mehr Anfragen an Glücksspiel-Websites. Der sonst übliche Wochenrhythmus verschwand fast völlig – an seine Stelle trat ein nahezu täglich konstanter Verkehr, Folge der beinahe pausenlosen Spielabfolge.

Beim Finale schließlich – Argentinien gegen Spanien – ließ sich der Spielverlauf regelrecht am Datenverkehr ablesen: Anstoß, Halbzeit, Trinkpausen und Schlusspfiff zeichneten sich als einzelne Ausschläge ab. Der Verkehr beider Länder stieg um bis zu 20 Prozentpunkte.