Am World Data Privacy Day sollten Organisationen weltweit innehalten und darüber nachdenken, wie personenbezogene Daten erfasst, gespeichert und geschützt werden. In der heutigen digitalen Wirtschaft, die von Cloud Computing, Remote-Arbeit und künstlicher Intelligenz geprägt ist, ist Datenschutz jedoch nicht mehr nur eine Frage der Compliance. Er ist die Grundlage für digitales Vertrauen und ein entscheidender Maßstab dafür, ob Unternehmen für das KI-Zeitalter bereit sind.
Daten treiben Innovationen und KI-gesteuerte Entscheidungsprozesse voran und bewegen sich kontinuierlich über hybride Umgebungen hinweg: zwischen Cloud Diensten, SaaS-Anwendungen, Kollaborationsplattformen, Endpunkten und KI-Tools , sind sie auch zum Hauptziel von Cyberkriminellen geworden. Laut Check Point Research sind globale Unternehmen mittlerweile durchschnittlich fast 3.000 Cyberangriffe pro Woche ausgesetzt. Dabei konzentrieren sich die Angreifer zunehmend darauf, sensible persönliche und Unternehmensdaten zu stehlen, zu missbrauchen oder zu erpressen, anstatt einfach nur Systeme zu stören.
Diese Entwicklung macht den World Data Privacy Day relevanter denn je: Beim Schutz personenbezogener Daten geht es heute darum, Missbrauch zu verhindern, bevor er geschieht, statt nachträglich auf einen Vertrauensbruch zu reagieren.
Warum herkömmliche Datenschutzmaßnahmen nicht mehr ausreichen
Jahrelang konzentrierten sich Datenschutzstrategien auf Richtlinien, Einwilligungserklärungen und Perimetersicherheit. Moderne Datenumgebungen sind jedoch stark verteilt. Personenbezogene Daten werden ständig zwischen SaaS-Anwendungen, Cloud-Workloads, Mobilgeräten und KI-Plattformen ausgetauscht.
Nach Angaben von Check Point Research verfügen fast die Hälfte aller Unternehmen über mindestens ein öffentlich zugängliches Cloud Datenrepository, oft ohne sich dessen bewusst zu sein. In Verbindung mit der Zunahme von Phishing und dem Diebstahl von Anmeldedaten – nach wie vor die Hauptursachen für Datenverstöße – entsteht dadurch eine gefährliche Kluft zwischen Datenschutzabsichten und betrieblicher Realität. Diese Kluft wird durch fragmentierte Sicherheitswerkzeuge, die isoliert voneinander arbeiten und blinde Flecken in Netzwerken, bei Benutzern, in Cloud-Umgebungen und Anwendungen schaffen, noch verschärft.
Verstöße gegen den Datenschutz sind heutzutage selten auf eine einzelne Sicherheitsverletzung zurückzuführen. Sie sind das Ergebnis von Datenwildwuchs, mangelnder Transparenz und langsamen Reaktionszeiten. Ohne einen einheitlichen, präventionsorientierten Ansatz können kleine Sicherheitslücken schnell zu groß angelegten Vorfällen eskalieren.
Wenn Daten zum Treibstoff für KI werden, vervielfachen sich die Datenschutzrisiken
Künstliche Intelligenz hat die Art und Weise, wie Daten genutzt werden, grundlegend verändert. KI-Systeme sind auf riesige Mengen an Informationen angewiesen, darunter viele persönliche oder sensible Daten, um zu lernen, Vorhersagen zu treffen und Entscheidungen zu automatisieren. Dadurch sind Datenintegrität und Datenschutz untrennbar mit der Sicherheit von KI verbunden.
Check Point Research fand heraus, dass 91 Prozent der Unternehmen, die generative KI-Tools einsetzen, in gewissem Maße von der Offenlegung sensibler Daten betroffen sind. Dabei stellt jede 27. KI-Abfrage in Unternehmen ein hohes Risiko für Datenlecks dar. Diese Lecks sind oft unbeabsichtigt und entstehen dadurch, dass Mitarbeitende proprietäre oder personenbezogene Daten mit KI-Tools teilen, die nicht über angemessene Kontrollen verfügen.
Die Schlussfolgerung ist klar: Datenschutzrisiken beschränken sich nicht mehr nur auf Datenbanken und Server. Sie erstrecken sich nun auch auf KI-Schnittstellen, Collaboration-Tools, Browser und Cloud-Plattformen, somit auf Orte, für die traditionelle Datenschutzkontrollen nie konzipiert wurden. Um Datenlecks in Echtzeit zu stoppen, anstatt sie erst zu untersuchen, nachdem das Vertrauen bereits gebrochen ist, sind nun Sicherheitskontrollen erforderlich, die dort greifen, wo Mensch und KI aufeinandertreffen.
Datenschutz und Sicherheit: Zwei Seiten derselben Vertrauensgleichung
In der Praxis sind Datenschutz und Datensicherheit untrennbar miteinander verbunden, obwohl sie oft getrennt voneinander diskutiert werden. Sicherheit schützt Daten vor unbefugtem Zugriff, während der Datenschutz regelt, wie Daten verantwortungsbewusst und rechtmäßig verwendet werden. Versäumnisse in beiden Bereichen untergraben das Vertrauen.
Angesichts der sich ständig weiterentwickelnden globalen Vorschriften – von der DSGVO bis hin zu neuen nationalen Datenschutzgesetzen – wird von Unternehmen erwartet, dass sie nicht nur nachweisen, dass Daten geschützt sind, sondern auch, dass sie diese ethisch, minimal und transparent verwenden. Dies erfordert eine kontinuierliche Überwachung, präventive Kontrollen und Verantwortlichkeit über den gesamten Datenlebenszyklus hinweg.
Absicherung des gesamten KI-Stacks und nicht nur der Daten
Da Unternehmen KI zunehmend in großem Umfang einsetzen, bedeutet der Schutz der Privatsphäre auch die Sicherung der KI-Systeme selbst. Modelle, Anwendungen, Agenten und die sie antreibenden Daten bringen neue Angriffsflächen und operative Risiken mit sich. Ohne speziell entwickelte Kontrollen kann KI eine Gefährdung schneller verstärken, als herkömmliche Sicherheitsteams reagieren können.
Gleichzeitig kann KI eine mächtige Kraft für die Verteidigung sein. Wenn KI direkt in Sicherheitskontrollen eingebettet ist, ermöglicht sie Prävention in Echtzeit: Sie erkennt riskantes Verhalten, unsichere Datenflüsse und anomale Aktivitäten, bevor auf sensible Informationen zugegriffen wird, diese weitergegeben werden oder verloren gehen. Dieser präventionsorientierte Ansatz verlagert den Datenschutz von einer reaktiven Schadensbegrenzung hin zu einem kontinuierlichen Schutz durch Design.
Was der Datenschutztag in Zukunft bedeuten muss
Er sollte einen Wandel vom Bewusstsein zum Handeln markieren. In einer von KI geprägten Welt erfordert der Schutz personenbezogener Daten, dass Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen grundlegend überdenken. Dies bedeutet folgendes:
- Reduzierung unnötiger Datenerfassung und -speicherung
- Verhinderung von Verstößen und Lecks, bevor auf Daten zugegriffen wird
- Absicherung der Nutzung von KI und GenAI durch klare Leitplanken
- Konsolidierung von Sicherheits- und Datenschutzkontrollen, um blinde Flecken zu beseitigen
„Datenschutz ist nicht mehr nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern die Grundlage für digitales Vertrauen in einer KI-gesteuerten Welt“, sagt Lothar Geuenich, VP Central Europe/DACH bei Check Point Software Technologies. „KI beschleunigt die Erstellung, Weitergabe und Analyse von Daten. Für Unternehmen bedeutet das, über reaktive Kontrollen hinausgehen und Präventionsstrategien anwenden, die personenbezogene Daten über Benutzer, Netzwerke, Cloud-Umgebungen und KI-Systeme hinweg schützen. Am World Data Privacy Day ist die Botschaft klar: Wer Daten von vornherein sicher macht, wird das Vertrauen der Menschen gewinnen und die Widerstandsfähigkeit sowie das langfristige Wachstum der digitalen Wirtschaft fördern.“
Beim Datenschutz geht es nicht mehr nur um Compliance. Es geht darum, das Vertrauen von Kunden, Mitarbeitern und der Gesellschaft insgesamt zu gewinnen und zu erhalten.



