Brocade prognostiziert für 2013 grundlegende Änderungen in der IT-Industrie aufgrund technik-begeisterter und anspruchsvollerer Endkunden
Das Jahr 2012 wird für viele bemerkenswerte Events in Erinnerung bleiben, unter anderem die Olympischen Spiele in London, die nicht nur ein großartiges Beispiel für globale Zusammenarbeit waren, sondern auch gezeigt haben, wie technikverliebt die Welt von heute ist. Tatsächlich haben über 4,8 Milliarden Menschen die Olympischen Spiele verfolgt und zum ersten Mal gab es dabei mehr mehr Zuschauer über digitale Kanäle , als über das traditionelle Fernsehen.
Diese Veranstaltung allein zeigt, wie sehr unsere Gesellschaft heute auf Netzwerk-Technologie angewiesen ist. 2012 war ein Jahr des Durchbruchs für viele – was hält 2013 wohl bereit?
Frank Kölmel, Senior Director EMEA-East bei Brocade schaut in seine Kristallkugel und gibt einen Ausblick, welche Trends wir 2013 besonders im Auge behalten sollten:
1. Der Einsatz von Software-Defined Networking (SDN) beginnt – Die Olympischen Spiele haben gezeigt, dass der Bedarf nach Zugang zu Informationen noch kein Ende nimmt. Service Provider müssen versuchen, einerseits diesen Bedarf zu befriedigen, aber andererseits auch profitabel zu arbeiten. So sollen zum Beispiel die Investitionen und Betriebskosten reduziert, aber gleichzeitig die Service-Responsezeiten verbessert werden. Daher sind sie stetig auf der Suche nach alternativen Technologien, die Services einfacher machen und die Einführung innovativer Applikationen und Services beschleunigen. Software-Defined Networking (SDN) ist ein Mittel, dies zu erreichen. SDN verknüpft Netzwerke und Applikationen, ermöglicht direkte programmatische Steuerung sowohl des Netzwerks als auch des Orchestrierungslayers, und zwar abgestimmt auf die Bedürfnisse der Endnutzer anstatt auf das Netzwerk, wie es heute oft der Fall ist. IDC prognostiziert, dass der SDN-Markt bis 2016 einen Wert von zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr erreicht, heute sind es etwa 168 Millionen. Mit den Möglichkeiten der SDN-Architekturen die Total Cost of Ownership (TCO) radikal zu senken und weiteren Fortschritten der Hersteller in den Bereichen Innovation und Support, werden wir weltweit viele neue SDN-Angebote sehen – zunächst hauptsächlich in den USA und Japan. 2013 wird der Beginn vieler großer Neuerungen für diese Technologie
2. Der „transaktionsbasierte“ Nutzer stirbt aus – Nutzer, egal ob geschäftlich oder privat, sind süchtig nach Internet-fähigen Endgeräten. Tatsächlich wurden im dritten Quartal 2013 mehr als 440 Millionen Mobiltelefone verkauft, mehr als 25 Prozent davon Smartphones – ein deutliches Zeichen für den Wunsch nach Konnektivität. Mit der Einführung von hochperformanten Netzwerken (wie zum Beispiel 4G und LTE) und Endgeräten, die nahtlose Konnektivität ermöglichen, prognostiziert Brocade, dass wir in 2013 einen Wechsel vom „transaktionsbasierten“ zum „stets-verbundenen“ Nutzer sehen werden [Ein „transaktionsbasierter“ Nutzer verbindet sich mit dem Internet nur, um eine bestimmte Aktivität, etwa einen Online-Einkauf oder das Streamen eines Videos, durchzuführen und loggt sich dann wieder aus. Voraussetzung dafür ist, dass der Nutzer sparsam mit dem Internet umgeht und nicht auf ständige Konnektivität angewiesen ist.]. Anbieter wetteifern mit attraktiven Preismodellen um die Kundenloyalität und heizen den Trend der 24/7-Konnektivität weiter an. Unternehmen unterstützen dieses Phänomen und nutzen vermehrt Social Media für Kommunikation und Support ihrer Kunden. Anbieter und Unternehmen müssen dabei sicherstellen, dass ihre Back-end-Netzwerke die Anforderungen der Nutzer erfüllen. Denn in Situationen wie dieser kann sich bereits ein einziger Störungsfall negativ auf die Beziehung zum Kunden auswirken.
3. Cloud unter dem Mikroskop – im letzten Jahr hat Brocade prognostiziert, dass sich auch Nicht-IT Unternehmen in Richtung „Cloud Service Provisioning“ bewegen, um neue Wege aufzudecken, wie Cloud und Service Provider-Netzwerke optimiert und monetisiert werden können. In den nächsten 12 Monaten wird dieser Trend andauern, jedoch in einem weiterentwickelten Stadium. Zuerst werden Unternehmen den Einfluss der Cloud, ihre Vorteile, Anwendungen und ROI mehr als je zuvor hinterfragen. Bringt der Einsatz die versprochene Agilität und Kosteneinsparungen? Kommt er mehr Nutzern zugute? Wie kann der ROI der Cloud gemessen werden, wenn Vermögenswerte per se nicht im Besitz des Unternehmens sind? Dies im Hinterkopf prognostiziert Brocade, dass IT-Unternehmen versuchen werden, die Kontrolle über ihre Vermögenswerte (und Budgets) zurück zu gewinnen und daher der Einsatz von Private Cloud-Architekturen in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt gewinnt. IT-Unternehmen werden zudem die nächste Generation an Service Providern herausfordern indem sie konkurrierende, gehostete Services anbieten. Dies hilft ihnen, neue Einnahmemöglichkeiten in einem Markt, der bis 2015 73 Milliarden US-Dollar wert sein wird, aufzudecken. Für Kunden ist dies eine gute Nachricht, doch braucht es unbedingt eine Evaluierungsstrategie um Leistung, Belastbarkeit und Kostenmodelle in Einklang mit den Erwartungen der Unternehmen zu bringen.
4. Kunden wehren sich gegen Herstellerbindung – Als Kunden mögen wir es nicht, eingeschränkt zu werden. Im Allgemeinen ist „Produkt De-Siloierung“ ein klarer Makro-Trend. Egal ob bei der flexiblen Auswahl der Apps für das Smartphone oder der Ausstattung unserer Autos – die Wahlmöglichkeit steht für uns im Vordergrund. Im Bereich Netzwerk ist Auswahl noch unabdingbarer. Da Allianzen kommen und gehen und immer mehr integrierte Lösungen angeboten werden, werden offene Architekturen und Multi-Vendor Lösungen in 2013 immer wichtiger. Essentieller Bestandteil beim Aufbau eines Netzwerks für die Unterstützung erfolgskritischer Applikationen ist Vertrauen. Unternehmen werden sich daher für den Einsatz von flexiblen und skalierbaren Lösungen an Anbieter wenden, denen sie vertrauen. Anbieter, die nicht in Multi-Vendor-Umgebungen koexistieren können, werden in dieser immer anspruchsvolleren und vom Wettbewerb geprägten Landschaft kämpfen müssen. Nur agile Anbieter, die zu Zusammenarbeit bereit sind, werden erfolgreich sein und wahrscheinlich wird mindestens ein Anbieter dies im nächsten Jahr nicht überstehen.
5. Technologie wird menschliche Schwächen ausgleichen – Bevor es Desktop Icons gab, musste man manuell einen Code eingeben um Anwendungen zu öffnen – eine zeitraubende, fehleranfällige und frustrierende Angelegenheit. Doch Desktop Icons revolutionierten die Benutzerfreundlichkeit. Innovationen wie diese glichen menschliche Schwächen aus und erleichterten die Nutzung. In den nächsten 12 Monaten werden wir davon noch weitere Beispiele sehen – denkt man nur an Sprachsteuerung und die Tatsache, dass moderne Smartphones Kommunikation, Inhalte und Computer-Services in einem einzigen Gerät bieten können. Diese Art von menschlicher Multi-Tasking-Fähigkeit ist undenkbar, aber Technologie ist bereits so weit fortgeschritten, dass diese Möglichkeiten sogar normalen Nutzern in Fleisch und Blut übergegangen sind. In diesem Jahr sind noch mehr solcher bahnbrechenden Fortschritte zu erwarten … nur welche genau , das bleibt die Eine-Million-Euro-Frage!