Konni: KI-generierte Malware bedroht Entwickler und Blockchain-Ökosysteme

Sergey Shykevich_aktuell

Check Point Research veröffentlicht die Ergebnisse seiner Analyse einer neuen Phishing-Kampagne im Zusammenhang mit ‘KONNI’. Die Malware-Familie wird der nordkoreanischen Gruppe APT37 zugerechnet.

Aufgrund der Analyse stellen die Sicherheitsforscher fest, dass KI-generierte Malware nun einsatzbereit ist und Cyber-Kriminelle nicht mehr nur damit experimentieren. Die Kampagne zielt auf Software-Entwickler und Ingenieure ab, die an Blockchain- und Krypto-Währungsprojekten in Indien, Australien und Japan beteiligt sind. Dabei werden äußerst realistische Projektdokumentationen verwendet, um sich heimlich Zugang zu Entwicklungsumgebungen und digitaler Infrastruktur zu verschaffen, was ein direktes Risiko für Blockchain-Plattformen, Cloud-Infrastrukturen und nachgelagerte digitale Lieferketten darstellt.

Wichtigste Highlights und Unterschiede:

  • Aktiv eingesetzte, KI-generierte Malware: Diese Kampagne setzt eine KI-generierte PowerShell-Backdoor ein und zeigt, wie künstliche Intelligenz die Entwicklung und Anpassung von Malware aktiv vorantreibt.
  • Direkte Gefahr für Entwickler in der Blockchain-Community: Anstatt sich auf politische oder diplomatische Einrichtungen zu konzentrieren, nehmen Angreifer vorrangig Entwickler von Blockchain-Projekten und Krypto-Währungsplattformen ins Visier. Der Grund dafür ist, dass diese den Zugang zu Cloud-Infrastruktur, Quell-Code, APIs und Blockchain-Assets besitzen und die Gefahr besteht, dass kompromittierte Anmeldedaten oder missbräuchlicher Code-Zugriff weiteren Diebstahl, Transaktionsmanipulationen oder langfristigen Missbrauch des Ökosystems ermöglichen.
  • Größere regionale Reichweite: Indikatoren zeigen, dass die Aktivitäten von KONNI sich über mehrere Branchen in Indien, Australien und Japan erstrecken, was auf opportunistische Angriffe abzielt, die auf wachstumsstarke digitale und Krypto-Ökosysteme ausgerichtet sind.

Auswirkungen auf die Branche, die Nutzer und die Blockchain-Community

Diese Untersuchung zeigt eine grundlegende Veränderung in der Entstehung und Ausbreitung von Cyber-Risiken auf. Durch die Kombination von KI-gestützter Malware mit Angriffen auf Access-Management-Systeme können Angreifer unentdeckt bleiben und gleichzeitig die Auswirkungen nachgelagerter Prozesse maximieren. Für die Blockchain-Community sind die Folgen besonders gravierend: Die Kompromittierung eines einzigen Entwicklers kann Wallets, Smart Contracts, APIs und Transaktions-Pipelines gefährden und somit das Vertrauen in dezentrale Plattformen untergraben.

Für Unternehmen im Allgemeinen bestätigen die Ergebnisse, dass Entwicklungsumgebungen wie kritische Infrastruktur (KRITIS) behandelt werden müssen. KI-gestützte Malware fügt sich nun nahtlos in normale Kollaborations-Workflows ein, was die Erkennung erschwert und das Risiko einer langfristigen, stillen Kompromittierung erhöht, die erst nach finanziellen Verlusten oder systemischen Störungen zutage treten kann.

Der Einsatz von KI senkt die Hürden für ausgeklügelte Angriffe, deshalb muss die Prävention früher in der Angriffskette ansetzen. Sicherheitsstrategien, die sich allein auf die Erkennung verlassen, werden mit Malware, die wie legitime Software aussieht und sich auch so verhält, zu kämpfen haben. Unternehmen müssen KI-gestützte, präventionsorientierte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, die Collaboration Tools, Entwicklungs-Pipelines und Cloud-Umgebungen schützen, bevor Bedrohungen Fuß fassen können.

Sergey Shykevich, Threat Intelligence Group Manager bei Check Point Software Technologies, kommentiert wie folgt: „Diese Kampagne zeigt, wie KI die Cyber-Bedrohungslandschaft verändert. Wenn Angreifer die Entwickler ins Visier nehmen, die Blockchain- und Cloud-Plattformen aufbauen, zielen sie auf systemischen Zugriff ab, nicht nur auf einzelne Kompromittierungen. Unternehmen müssen Entwicklungsumgebungen als hochwertige Assets absichern und KI-gesteuerte Präventionsmaßnahmen einsetzen, um Bedrohungen zu stoppen, bevor sie sich ausbreiten.“

Weitere Informationen finden Sie hier: https://research.checkpoint.com/2026/konni-targets-developers-with-ai-malware/