Artikelserie Digitale ID – Artikel 1 – Die eindeutige Person

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Einleitung zur Artikelserie – Im Schatten des großen Bruders

Der große Bruder trägt keinen Stiefel mehr. Er trägt Schnittstellen. 1984 von George Orwell war nie ein Buch über Diktatoren. Es war ein Buch über Strukturen. Über eine Welt, in der Macht nicht mehr schreit, sondern verwaltet. Orwell schrieb nicht über Technik. Er schrieb über Menschen, die sich an Systeme gewöhnen, bis sie sie nicht mehr bemerken. The Circle von Dave Eggers beschreibt eine nahe Zukunft, in der totale Überwachung nicht erzwungen, sondern freiwillig angenommen wird. Ein Tech-Konzern verspricht Transparenz, Teilhabe, Sicherheit und Moral – und schafft dadurch eine Welt, in der Privatheit als egoistisch gilt und Rückzug als Schuld. Menschen geben ihre Freiheit nicht aus Angst auf, sondern aus dem Wunsch, gut zu sein, dazuzugehören und nichts zu verbergen zu haben.

Der Gegensatz zu 1984 ist grundlegend:

  • Bei Orwell herrscht Kontrolle durch Zwang, Angst und Repression.

  • Bei Eggers entsteht Kontrolle durch Zustimmung, Bequemlichkeit und soziale Belohnung.

Orwells Welt sagt: “Du wirst überwacht”. Eggers’ Welt sagt: “Du solltest dich überwachen lassen – alles andere ist unmoralisch”.

Zusammen gelesen zeigen beide Bücher dasselbe Ende aus zwei Richtungen. Bei Orwell verliert der Mensch seine Freiheit durch Gewalt. Bei Eggers verliert er sie durch Einverständnis.

Doch Orwell oder Eggers, heute ist der große Bruder nicht zurückgekehrt. Er ist verteilt worden. Auf Server, Register, Identitäten, Konten. Er hat kein Gesicht mehr, sondern Prozesse.

Ich bin Autor der Bibel im Identity Management – Rollen- und Berechtigungskonzepte. Ich schrieb es nicht als religiösen Text, sondern als Lesart. In dieser Bibel wird gezählt, benannt, registriert. Namen werden aufgeschrieben, Genealogien geführt, Zugehörigkeit festgelegt. Wer gezählt wird, wird gekannt. Wer gekannt wird, wird geführt. Und wer geführt wird, braucht keinen sichtbaren Zwang mehr. Parallel dazu mein zweites Buch. Kein Roman, sondern Lehrbuch gegen Wirtschaftsspionage und Intelligence Gathering. Es handelt nicht vom Diebstahl einzelner Informationen, sondern von der Ausnutzung ihrer Verknüpfung. Daten sind harmlos, solange sie getrennt bleiben. Macht entsteht erst dort, wo Identität, Rollen. Zugriffe, Verhalten, Geldflüsse, Bewegung und Beziehungen zusammengeführt werden.

Liest man Orwell, Eggers und meine beiden Bücher, versteht man leicht das Ausmaß des möglichen Missbrauchs. Nicht als Katastrophe. Als logische Folge.

Diese Artikelserie ist kein Alarmruf. Sie ist ein Protokoll. Sie beschreibt, was möglich wird, wenn digitale Identität verpflichtend ist. Wenn Geld programmierbar wird. Wenn staatliche Konten näher sind als menschliche Nähe. Wenn Ausschluss nicht mehr ausgesprochen, sondern technisch vollzogen wird. Kein Szenario in diesen Texten ist überzeichnet. Nichts ist spekulativ. Alles ist technisch banal und organisatorisch bereits denkbar. Diese Texte entstehen nicht aus Technikfeindlichkeit und nicht aus Nostalgie. Sie entstehen aus Verantwortung. Vor allem gegenüber denen, die noch nicht gefragt werden können. Wer diese Seiten liest, soll sich nicht empören. Er soll verstehen. Und wer versteht, wird sich fragen, ob Freiheit ohne Wahlmöglichkeit noch Freiheit genannt werden kann. Darum beginnt diese Serie hier. Nicht gegen etwas. Sondern für den Menschen.

Alexander Tsolkas – Tsolkas IT Services GmbH & Co. KG  und Gründer von Sectank

ΕΞΟΔΟΣ – Eksodos ist eine panhellenische zivilgesellschaftliche Bewegung, die sich gegen die verpflichtende Einführung digitaler Identitätssysteme und gegen digitale Formen struktureller Kontrolle richtet. Getragen wird sie von Bürgern, Familien sowie kirchennahen Akteuren, mit dem Ziel, Menschenwürde, Gewissensfreiheit und analoge Wahlmöglichkeiten zu bewahren. Ich habe offiziell Kontakt zur Bewegung ΕΞΟΔΟΣ aufgenommen mit der Anfrage, eine inhaltlich und ethisch verbundene Parallelinitiative im deutschsprachigen Raum aufzubauen. Der Fokus liegt auf Deutschland, mit perspektivischer Ausweitung in die Schweiz und nach Österreich. Abhängig von der Rückmeldung und Entscheidung der griechischen Bewegung wird entweder eine deutsche Erweiterung unter dem Namen EKSODOS im Sinne einer verbundenen Initiative entstehen, oder ein eigenständiger deutscher Verein gegründet werden. Möglich ist auch eine andere Form der Vereinigung, das prüfen derzeit beauftragte Juristen für uns.

Der für den eigenständigen möglichen Deutschen Verein oder der Vereinigung vorgesehene Name lautet bisher Initiative für menschliche Identität und Freiheit (e. V). Sollte Eksodos gewählt werden, wird das der Beiname werden.

In beiden Fällen bleibt Ziel und Ausrichtung identisch. Es geht um sachliche Aufklärung, lokale Initiativen, Schutz der Wahlfreiheit und Aufbau einer dauerhaften zivilgesellschaftlichen Struktur gegen digitale Zwangssysteme. Der deutsche Verein ist von uns schon gegründet worden, wir werden nur Namen, Verwendungszweck und evt. Teile des Vorstandes ändern müssen, das hängt von Eksodos ab, wenn wir den Verein dazu nutzen. Dann entsteht auch bald die Webseite. Wir rufen Sie bitte dazu auf, unserer Vereinigung beizutreten und unsere Initiativen zu unterstützen, für uns, für unsere Kinder und für unsere Freiheit. Wir weisen in der Artikelserie in jedem Artikel über den Stand des Vereins bzw. der Vereinigung hin. 

Freiheitsentzug beginnt nicht mit Zwang. Es beginnt mit Ordnung. Eine digitale Identität verspricht Vereinfachung. Ein Zugang, ein Schlüssel, ein Konto für alles. Verwaltung wird effizienter. Prozesse werden schneller. Fehler werden reduziert. Der Mensch wird eindeutig. Eindeutigkeit ist technisch attraktiv. Gesellschaftlich ist sie folgenreich.

Mit einer verpflichtenden digitalen Identität existiert der Mensch nicht mehr mehrfach. Nicht als Bürger, nicht als Kunde, nicht als Privatperson. Er existiert nur noch einmal und ist systemweit verknüpft. Identität wird damit nicht mehr Beschreibung, sondern Zugangsbedingung.

Wer die Identität kontrolliert, kontrolliert:

  • Teilnahme

  • Zugriff

  • Erlaubnis

Die digitale Identität ist kein Dokument. Sie ist ein Schalter. Was heute getrennt ist, wie Ausweis, Konto, Ticket, Versicherung, Schule, Arbeit kann morgen gebündelt werden. Nicht aus Bosheit. Aus Effizienz. Der Ausschluss erfolgt nicht mehr sichtbar. Er erfolgt still. Kein Bescheid. Kein Urteil. Kein Widerspruch. Ein Zugriff fehlt. Eine Funktion ist deaktiviert. Ein Bildschirm bleibt leer. Besonders folgenreich ist dies für Kinder. Eine digitale Identität ab Geburt bedeutet kein Leben außerhalb des Systems. Keine Phase ohne Datenschatten. Kein Vergessen.

Was einmal verknüpft ist, bleibt verknüpft.

Die Frage ist nicht, ob ein solches System missbraucht wird. Die Frage ist, wann und durch wen. Freiheit beginnt dort, wo Alternativen existieren. Ein System ohne Alternative ist keine Option, sondern es ist eine Vorgabe. Deshalb braucht es jetzt Menschen, die sich zusammenschließen. Lokal. Ruhig. Beharrlich. Nicht gegen Technik. Sondern für Wahlfreiheit. In Griechenland haben sich Bürger, Geistliche und Familien zusammengeschlossen, um genau diese Frage öffentlich zu stellen. Die Bewegung heißt Eksodos. Auch bei uns ist das möglich. Ich bin Grieche, und mit der Last der Geschichte Griechenlands und der Unterdrückung und 400 – jährigen Besatzung Griechenlands durch das osmanische Reich, ist mir durch die Geschichte Grieichenlands klar geworden, “nichts ist wichtiger als Freiheit“.

Wer glaubt, dass menschliche Identität mehr ist als ein Datensatz, ist eingeladen, sich mit uns zu organisieren. Jetzt. Vor der Einführung. Nicht danach! Machen Sie mit!!!

Lesen Sie morgen, Artikel 2 – Der Schlüssel zum Leben. Identität wird kein Dokument mehr sein, sondern ein Zugangssystem. Nicht wer du bist zählt, sondern was dir freigeschaltet ist.