Artikelserie Digital ID – Artikel 14 – Unterstützung der offenen Petition

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In all den Diskussionen über digitale Identität, digitale Infrastruktur und die wachsende Rolle von Technologien im Alltag tritt immer wieder die gleiche Frage auf: Wer entscheidet, wie weit Technik in unser Leben hineinwirkt? Wenn ein digitales System noch Zusatznutzen verspricht, reagiert der Mensch mit Akzeptanz. Wenn es zur Voraussetzung für Teilhabe wird, beginnt es, Grenzen zu setzen.

Ein Zustand, in dem die Technik nicht mehr nur begleitet, sondern voraussetzt, sollte nicht der Normalzustand sein. Gerade dann braucht es einen öffentlichen Impuls, der nicht laut ist, sondern klar, sachlich und breit verständlich: eine Petition.

Warum eine Petition?

Petitionen sind kein Ersatz für demokratische Prozesse, aber sie sind ein spiegelbildlicher Ausdruck gesellschaftlicher Aufmerksamkeit und Sorge. Sie zeigen, dass nicht nur Experten in ihren Kreisen diskutieren, sondern dass Menschen unabhängig davon gemeinsam Stellung beziehen – über parteipolitische Grenzen hinweg.

Gerade wenn es um digitale Identität, digitale Dienstzwänge oder abstimmbare Teilnahmebedingungen geht, verschieben sich nicht nur technische Parameter, sondern Menschenrechte, gesellschaftliche Standards und Erwartungshaltungen. Eine Petition bündelt diese Stimmen und macht sie öffentlich sichtbar.

Worum geht es in dieser Petition?

Die Petition mit dem Titel Recht auf Leben ohne Digitalzwang“ fordert, dass niemand dazu gezwungen wird, an digitalen Systemen teilzunehmen, die Voraussetzungen für Teilhabe, Mobilität, Zugang oder Leistung darstellen. Sie ist eine Kontaktaufnahme des Bürgers mit dem demokratischen System, ein Hinweis darauf, dass wir als Gesellschaft nicht erst dann reagieren wollen, wenn technologische Bedingungen unausweichlich geworden sind.

Im Kern geht es um zwei einfache, aber fundamentale Fragen:

  • Darf Teilhabe an Gesellschaft von technischer Identifikation abhängig gemacht werden?

  • Oder soll es weiterhin Räume geben, in denen Menschen ohne digitale Voraussetzungen agieren dürfen?

Diese Fragen sind nicht technikfeindlich. Sie sind menschenfreundlich.

Warum das wichtig ist

Technologie an sich ist weder gut noch böse. Sie ist ein Werkzeug. Doch sobald ein Werkzeug zur Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe wird, dann steht es nicht mehr im Dienst des Menschen, sondern in einer direkten Beziehung zur Freiheit des Menschen.

Wenn jemand:

  • eine Leistung nicht abrufen kann,

  • einen Vorgang nicht abschließen darf,

  • einen Zugang nicht erhält,
    nur weil eine digitale Identität nicht vorhanden ist – dann handelt es sich nicht mehr um Komfort, sondern um eine Bedingung von Teilhabe.

Und genau hier muss Gesellschaft klar sagen:

Es gibt Bereiche, in denen Technik helfen kann – aber es darf keine Bereiche geben, in denen Technik zwingend vorausgesetzt wird.

Das ist keine konservative Forderung.
Das ist keine Ablehnung von Fortschritt.
Das ist eine Normierung des Fortschritts zugunsten des Menschen.

Was die Petition bewirken kann

Eine unterschriebene Petition:

  • erzeugt Aufmerksamkeit bei Entscheidungsträgern

  • zeigt demokratischen Willen unabhängig von parteipolitischer Agenda

  • wirkt als Grundlage für parlamentarische Gespräche

  • bringt Debatten in Medien und Öffentlichkeit

  • informiert Menschen, die sonst nur passiv zusehen

Wenn wir nicht nur beobachten, sondern mitgestalten wollen, brauchen wir solche Instrumente. Sie sind Ausdruck bürgerlicher Verantwortung – nicht als Ablehnung von Technologie, sondern als Einforderung von Freiheit neben Technologie.


Hier kannst du die Petition unterstützen:

👉 https://civi.digitalcourage.de/recht-auf-leben-ohne-digitalzwang/confirmation?token=ejcy1PFwIBGDIT7osOs0DzZl8xCTwnjNjj6l5wVZVTs