Radware-Studie zeigt: kommerzielle Websites oft zu langsam

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Viele bekannte und große Websites fallen durch einen einfachen Usability Test: Sie laden auf Desktop-Rechnern viel zu langsam. Das ist die wesentliche Erkenntnis aus Radwares Untersuchung “State of the Union 2016: Multi-Industry Web Performance (Desktop Edition)”.

Reiseportale zum Beispiel generieren etwa drei Viertel ihres Umsatzes mit Desktop-Anwendern – und dennoch benötigen 80% aller Sites auf Desktops über 3 Sekunden zum Laden und damit mehr als die meisten Anwender zu akzeptieren bereit sind. Ähnlich sieht es bei Nachrichtenseiten aus, bei denen 78% länger als 3 Sekunden brauchen, und noch schlechter bei Sportangeboten. Hier laden lediglich drei der 50 untersuchten Portale innerhalb der kritischen 3-Sekunden-Grenze. Der einzige Lichtblick in der Untersuchung waren die 50 E-Commerce-Sites, von denen etwa die Hälfte weniger als 3 Sekunden benötigten – bei einer durchschnittlichen Ladezeit von 3,1 Sekunden.

Die Ergebnisse im Detail

Reise und Tourismus: Einige große Portale wie Priceline, Hotels.com oder TripAdvisor erzielen sehr gute Werte bei der TTI (Time to Interact – die Zeit, nach der der Kunde beim Laden erstmals selbst eine Aktion ausführen kann). Insgesamt jedoch kamen die untersuchten Angebote aus dieser Branche auf eine durchschnittliche TTI von 4,1 Sekunden und damit 1,1 Sekunden außerhalb des kritischen 3-Sekunden-Fensters. Eine große Fluggesellschaft und ein führendes Hotelportal erreichten sogar 6 Sekunden.

Nachrichten und Medien:

The Guardian und die Huffington Post sind mit TTIs von 1,2 bzw. 2,5 Sekunden Beispiele für gut gestaltete Websites, die Bilder optimieren und Above-the-Fold-Inhalte priorisieren, also die Inhalte, die ohne Scrollen auf den ersten Blick sichtbar sind. Insgesamt jedoch führen in dieser Kategorie eine Vielzahl oft nicht optimierter Bilder und die exzessive Nutzung von Java Scripts zu langen Ladezeiten. Langsame Seiten generieren weniger Page Impressions und weniger Abonnements, was sich negativ auf die Anzeigenumsätze auswirkt. Zwei sehr prominente News Sites wiesen Ladezeiten von 5,8 bzw. 6,5 Sekunden auf und sind damit Kandidaten für solche Konsequenzen.

Sport: Wenngleich 65% aller Anwender Desktops oder Notebooks für den Besuch von Sportseiten nutzen, sind diese generell die größten, langsamsten und am wenigsten optimierten Seiten von allen getesteten Kategorien. Mehr als ein Drittel aller Angebote benötigte hier mehr als 6 Sekunden zum Laden, und der Mittelwert liegt bei 5,2 Sekunden. Eine der wenigen Seiten, die innerhalb des 3-Sekunden-Fensters blieben, war NFL.com mit 2,9 Sekunden.

E-Commerce: Mit einer durchschnittlichen Umwandlungsrate von 2,71% liegen Desktops im Online-Handel vor Tablets (2,51%) und Smartphones (0,96%). Desktop-Sites in diesem Segment zeigen Verbesserungen gegenüber dem letzten Radware-Report Summer 2015 State of the Union: Ecommerce Page Speed & Web Performance. Die durchschnittliche TTI beträgt hier 3,1 Sekunden. Amazon und IKEA glänzen hier mit 1,8 Sekunden, gefolgt von Ebay mit 2,5. Viele globale Seiten kamen jedoch auf über 4 Sekunden und zeigen, dass auch in dieser Branche noch Bedarf an Web Performance Optimierung (WPO) besteht.