Cybersicherheit strategisch neu ausrichten: Exposure Management im Fokus

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Ein grundlegender Paradigmenwechsel verändert aktuell den Umgang mit Cyberrisiken. Wer sein Unternehmen zukunftssicher und entscheidungsstark aufstellen will, sollte diesen Wandel frühzeitig mitgehen.

Sicherheitslösungen bleiben unverzichtbar – doch allein durch den Einsatz geeigneter Tools lässt sich kein ausreichender Schutz mehr gewährleisten. Es ist Zeit für ein strategischeres Rahmenkonzept: Exposure Management.

Klassische Ansätze im Vulnerability Management stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Das bloße Scannen nach Schwachstellen und Patchen auf Basis von Schweregraden greift zu kurz. Unternehmen benötigen heute einen ganzheitlicheren, praxisnäheren und proaktiveren Ansatz, um ihre digitale Infrastruktur wirksam zu schützen.

Warum der Wandel notwendig ist

Exposure Management bedeutet, die eigene Risikolandschaft zu verstehen und Sicherheitsmaßnahmen an den geschäftlichen Prioritäten auszurichten. Es ist ein Paradebeispiel dafür, effizienter statt intensiver zu arbeiten.

Mit diesem Ansatz vollzieht sich ein Wandel: weg von der einseitigen Fokussierung auf Schwachstellenbewertungen, hin zu einem verständnisbasierten Risikomanagement mit Geschäftskontext, weg von reiner Kennzahlenverfolgung, hin zu messbaren Sicherheitsresultaten, weg von isolierten Security-Silos, hin zu interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsteams, Fachabteilungen und Führungsebene.

Ein altbewährter Leitsatz der Cybersicherheit lautet: Was du nicht sehen kannst, kannst du nicht schützen. Transparenz ist die Grundlage jeder Sicherheitsstrategie. Doch mit Assets, Daten, Anwendungen und Nutzern, die sich über verschiedenste Umgebungen erstrecken – von der Cloud bis zum Homeoffice –, wird Sichtbarkeit immer wichtiger und gleichzeitig schwieriger.
Aber Sichtbarkeit allein genügt nicht. Um wirksame Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, braucht es einen Rahmen zur Priorisierung und zur Umsetzung von Erkenntnissen in konkrete Maßnahmen.

Kernelemente eines Exposure-Management-Frameworks

  • Risikobasierte Priorisierung
    Nicht jedes Asset benötigt denselben Schutz. Nicht jede Bedrohung erfordert sofortige Reaktion. Ressourcen sollten dort gebündelt werden, wo der potenzielle geschäftliche Schaden am größten ist.
  • Kontinuierliche Erkennung
    Angreifer pausieren nicht – also darf auch der Schutz nicht stillstehen. Eine permanente Übersicht über die Angriffsfläche ist essenziell, insbesondere in verteilten Arbeitsmodellen und Bring-your-own-Device (BYOD)-Szenarien.
  • Strategische Ausrichtung
    Ohne geschäftliche Verankerung bleibt eine Sicherheitsstrategie oft Theorie. Deshalb sollte die Sicherheitsstrategie eng mit den Unternehmenszielen verknüpft und organisationsweit mitgetragen werden.
  • Automatisierte Reaktion
    Die automatisierte  Behebung von Sicherheitsvorfällen ist ein echter Game-Changer für das Exposure Management und schließt Sicherheitslücken, indem es menschliche Fehler reduziert und die IT- und Security-Teams entlastet

Der Weg zum Exposure Management

Ein Wechsel zum Exposure Management bedeutet nicht, die bestehende Sicherheitsarchitektur über Bord zu werfen. Wer mit der Analyse des aktuellen Sicherheitsniveaus und der vorhandenen Lücken beginnt, hat bereits einen Vorsprung. Ziel ist eine bessere Integration bestehender Lösungen.

So gelingt der Einstieg:

  • Eine vollständige Asset-Inventur bildet die Grundlage zur Bestimmung des Ausgangszustands. Dabei sind nicht nur Geräte, sondern auch geistiges Eigentum sowie kritische Daten zu berücksichtigen.
  • Bevor zusätzliche Tools eingeführt werden, sollten Sichtbarkeit gewährleistet und Kontext bereitgestellt werden
  • Risikobewertungen sollten sowohl technische Schwachstellen als auch potenzielle geschäftliche Auswirkungen systematisch einbeziehen.
  • Entscheidungsprozesse sollten risikobasiert ausgelegt sein und – wo sinnvoll – durch Automatisierung unterstützt werden.
  • Klare Kommunikationskanäle zwischen Security-Teams und Fachbereichen sind entscheidend für das Verständnis der jeweiligen Geschäftsziele und die Priorisierung.
  • Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Strategien sichern langfristige Wirksamkeit.
  • Das Ergebnis: Weniger Sicherheitslücken, weniger manuelle Arbeit, geringeres Risiko.

Welche Risiken lohnen sich?

Die Dringlichkeit, mit der Sie Exposure Management verfolgen, sollte sich am Risiko für Ihr Unternehmen orientieren. Nicht jede Organisation hat dieselbe Risikotoleranz. Und: Risiko kann strategisch sinnvoll sein, wenn es bewusst gewählt wird, um Wettbewerbsvorteile zu schaffen.

Denken Sie an sensible Daten, Unternehmensressourcen, regulatorische Verpflichtungen, den Ruf bei Kunden und Stakeholdern oder die Betriebssicherheit. Wo sind Sie bereit, Kompromisse einzugehen?
Vielleicht akzeptieren Sie das Risiko von Remote Work, weil es Ihnen hilft, Talente zu gewinnen und zu binden. Das Problem ist nicht Risiko – sondern unbewusstes Risiko.

Exposure Management ist noch ein relativ neues Konzept und entwickelt sich weiter. Aber das ist kein Grund zu warten. Es geht darum, die Effektivität Ihrer Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen – auch angesichts sich ständig wandelnder Bedrohungen. Die Frage lautet nicht, ob Sie Exposure Management brauchen – sondern wie schnell und wirksam Sie diesen Denkansatz umsetzen können.

Ein Gastbeitrag von Alexander Neff, VP EMEA Central bei Ivanti.

Über Ivanti
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