Cryptomining ist in Unternehmen angekommen

Cryptomining-Aufmacher

ThreatLabZ beobachtet steigendes Aufkommen von Browser-basierten Cryptomining-Aktivitäten im Unternehmensdatenverkehr

Das Jahr 2018 zeigt in den ersten Monaten ein verstärktes Aufkommen von Cryptomining-Transaktionen. Von Oktober bis März 2018 wurden von der Cloud Security Platform bereits 2,5 Milliarden Cryptomining-Angriffe blockiert. Die Ursachen für die wachsende Popularität liegen einerseits in dem starken Wertzuwachs von Cryptocurrency. Webseiten setzen verstärkt auf Cryptomining als Einnahmequelle, da mehr Nutzer lästige Online-Werbung ausblenden.

Andererseits haben Cyberkriminelle diesen Trend für sich entdeckt und kompromittieren seriöse Seiten mit injiziertem JavaScript-Code um Cryptomining durchzuführen. Diese Aktivitäten bleiben dem Webseitenbetreiber verborgen und Anwender realisieren erst bei Performanzeinbußen auf ihrem System, dass ihr Rechner zum Schürfen von Cryptowährung gekapert wurde. In manchen Fällen kommt auch bereits Schadcode-verseuchte Werbung für Browser-basiertes Schürfen der Cyberwährung zum Einsatz.

Neben bereits etablierten Cryptominern brachte die lukrative Einnahmequelle weitere Akteure auf den Plan, die sich Marktanteile erschürfen wollen. Die stärksten Cryptominer-Aktivitäten unterschiedlicher Player der vergangenen sechs Monate hat das ThreatLabs-Team in einer Grafik zusammengestellt. Coinhive führt das Feld mit deutlichem Vorsprung an von Zscaler geblockten Zugriffsversuchen, gefolgt mit deutlichem Abstand von Cryptoloot und Cryptonoter.

Darüber hinaus untersuchten die Analysten die Webseiten-Kategorien, die am Häufigsten von Cryptomining-Aktivitäten betroffen waren. Dabei handelt es sich zu einem Großteil um Endanwender-spezifische Inhalte, wie Pornographie oder Streaming-Media, aber auch Shareware, Internet Services & Email Hosts, Hobby & Freizeit waren betroffen. Da die durchschnittliche Browsing-Zeit von Streaming Seiten tendenziell höher ist, erzielen die Miner aufgrund der Verweildauer beim Spielen oder Filmeschauen bessere Resultate. Allerdings sind auch beruflich genutze Kategorien betroffen, die beispielsweise von der Marketing-Abteilung genutzt werden.

Cryptomining findet rund um den Globus statt

Cryptomining ist ein weltweites Phänomen, auch wenn die dominierende Anzahl an Aktivitäten im Untersuchungszeitraum in den USA beobachtet werden konnten, gefolgt von der Schweiz. Nach Brasilien und Indien folgen weitere europäische Länder, wie Spanien, England im vorderen Teil des Rankings. Allerdings reicht die Anzahl der Schürf-Zugriffe in Europa über alle Länder hinweg noch nicht an die Gesamtzahl in den USA heran. Bei den Cryptomining-Servern folgt Deutschland schon hinter den USA und auf den Rängen Russland und weitere osteuropäische Länder.

Cryptomining zieht Endanwender und Unternehmen gleichermaßen in Mitleidenschaft. Unerwünschte und nicht identifizierte Mining-Aktivitäten innerhalb von Netzwerken beeinträchtigen die Bandbreite des Netzwerks und können Leistungsengpässe verursachen. Darüber hinaus verursacht das heimliche Währungsschürfen einen erhöhten Verschleiß der Hardware, da die CPU-Zyklen auf betroffenen Systemen erhöht werden und somit die Lebensdauer der Systeme beeinträchtigt wird.

Cryptomining wirft zudem regulatorische Fragen auf. Unternehmen, die unbewußterweise von Cryptomining-Aktivitäten in ihren Netzwerken betroffen sind, laufen Gefahr Compliance-Richtlinien zu verletzten, wenn nicht-identifizierte Aktivitäten im Netzwerk oder Systemen auftreten. Außerdem stellt sich die ethische Frage, ob Webseitenbetreiber, die Cryptomining zulassen, nicht in der Verantwortung stehen, ihre Site-Besucher zu informieren, wie ihre Systeme in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko, Malware ausgesetzt zu werden. Durch die von Cryptominern verwendeten JavaScripts haben Cyberkriminelle ein leichtes Spiel, diesen einmal injizierten Code für weitere Machenschaften einzusetzen. Deshalb sollten Unternehmen und Endanwender zu einigen einfachen Abwehrmaßnahmen gegen Browser-basierte Cryptomining-Aktivitäten greifen. Dazu zählt das Deaktivieren von JavaScripts im Browser sowie die Aktivierung nur beim Surfen auf vertrauenswürdigen Seiten und das Blockieren von Domains, die das Schürfen zulassen. Betroffene Systeme sind daran zu erkennen, dass die Rechner langsam werden und die Memory-Auslastung plötzlich ansteigt.




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