Status Quo beim IoT

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Das Internet der Dinge: Fünf grundlegende Fragen

an Martin Czermin. Senior Regional Sales Director CEMEA bei Cloudera

Hans-Martin Czermin - Cloudera

 

1. Was stellt aus Ihrer Sicht die interessanteste Nutzung im Internet der Dinge dar?

Martin Czermin: Ich bin regelrecht begeistert von all den Ereignissen, die wir jetzt gerade mit vernetzten Fahrzeugen erleben. Wenn ich aber über längerfristig erzielbaren Nutzen nachdenke, dann stellen sich die Ereignisse im Bereich der Medizin geradezu unglaublich dar: Die Versorgung auf der Intensivstation wird verbessert, es gibt wirksamere Arzneimittel und ein größeres Verständnis um den Fortschritt einer Krankheit. Mit Volldampf voraus, das ist momentan aus meiner Sicht das Wichtigste.

 

2. Was stellt in Zusammenhang mit dem Internet der Dinge das größte Risiko dar?

Martin Czermin: Die Sicherheit. Nach meiner Überzeugung steht es außer Frage, dass wir riesige neue Angriffsflächen schaffen. Wenn Sie mit einem Flugzeug unterwegs sind, befinden Sie sich innerhalb eines Computers. Und denken Sie beispielsweise an selbstfahrende Autos. Es gibt viele Chancen, dass diese Fahrzeuge mehr Sicherheit bieten werden. Aber gleichzeitig geht einem durch den Kopf, was alles passieren kann, wenn sie nicht wirklich sicher sind und es dann während der Rushhour kracht. Wenn jemand die Software am entscheidenden Punkt manipuliert, gibt es ein echtes Problem.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass es Sicherheitsbrüche geben wird, über die angesichts der Sensibilisierung der Umgebung wichtige private Informationen nach außen gelangen werden. Meiner Meinung nach ist es für unsere Branche von entscheidender Bedeutung, dass wir solche Risiken ernst nehmen und alles Erdenkliche unternehmen, um diese Risiken zu minimieren.

 

3. Welcher einzelne Faktor würde den Nutzen vom Internet der Dinge am meisten beschleunigen?

Martin Czermin: Der Schlüssel wird in der weiteren Verbreitung von Sensoren liegen, und dann gibt es noch die allgegenwärtige Ausweitung von drahtlosen Netzwerken, wodurch es möglich sein wird, uns ohne Kabelsalat mit den Dingen zu verbinden. Wir befinden uns auf dem entsprechenden Weg, es liegt aber nach wie vor eine Menge Arbeit vor uns.

 

4. . Welche Gesetzesänderung würde die Vorteile vom Internet der Dinge beschleunigen?

Martin Czermin: Es gibt keine global gültige Datenschutzverordnung. In Europa gibt es breit angelegte Vorschriften, die aber nicht ins Detail gehen. In den USA haben wir exakt zwei Gesetze zum Datenschutz: HIPAA, das den Schutz von Gesundheitsdaten regelt, und den Fair Credit Reporting Act. In Sachen Datenschutz sind das die beiden einzigen Regelwerke auf Bundesebene. Alles andere bleibt den Bundesstaaten überlassen, und die Bundesstaaten sind mit Blick auf diesen Zustand ziemlich ratlos. Wenn wir die Politik von einheitlichen Gesetzen überzeugen könnten, wäre es viel einfacher für uns, die erforderlichen technischen Systeme aufzubauen und bereitzustellen.

 

5. Was ist der wichtigste Rat, den Sie einer am Internet der Dinge interessierten Führungskraft auf den Weg geben würden?

Martin Czermin: Sie müssen prüfen, welche Chancen das IoT für das Geschäft bietet und Sie müssen die Technologie berücksichtigen. Bei alledem müssen Sie aber auch sicherstellen, dass Aspekte wie Data Compliance, Sicherheit und regulatorische Vorgaben berücksichtigt werden. Alle Daten bieten einen echten Mehrwert. Das Problem liegt nicht darin, wichtige Anwendungsfälle zu finden, Sie müssen dabei aber gleichzeitig darüber nachdenken, wie Sie für den jeweiligen Einsatz die nötigen Sicherheit gewährleisten können und auf welche Weise die Daten gehandhabt werden sollen.




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