Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen

Wie die Zeit vergeht…
10 Jahre ist 9/11 nun her. Seit 10 Jahren gelten nun verschärfte Sicherheitsmaßnahmen auf den internationalen Flughäfen. Manche mehr, manche weniger absurd.
Aber Vorschrift ist nunmal Vorschrift und die kann so oder auch so exekutiert werden.

So passiert im Juni am Flughafen Wien Schwechat, der bekannt ist für eine hohe Aufklärungs- und Aufdeckungsrate in Sicherheitsfragen. Trotzdem schafft man es dort, mit einer gewissen augenzwinkernden Gelassenheit mit diesen Vorschriften umzugehen.

Ich auf dem Weg zu einem Seminar in Wiesbaden habe vorsorglich meinen Laptop im Koffer, um der unnötigen Checkerei bei der Handgepäckskontrolle zu entgehen. Den zylinderförmigen IPod-Lautsprecher habe ich jedoch im Rucksack. Alles verläuft reibungslos. Wie immer piepst es beim Durchgehen – das sind die Schuhe. Ich entschuldige mich höflich und die Beamtin zuckt mit den Achseln. “Das ist ganz normal. Kein Grund zur Aufregung.”

Ganz im Gegensatz zum FRAPort in Frankfurt. Dort ist es jedes Mal ein Thema bzw. bekommt man das Gefühl vermittelt, dass es eines ist, wenn die Schuhe piepsen.
Beim Retourflug nach eben jenem Seminar habe ich wieder den IPod-Lautsprecher im Rucksack. Plötzlich helle Aufregung bei der Handgepäckskontrolle. (Nicht nur, weil meine Schuhe angeschlagen haben 🙂 ). Das 19-Euro-Teil aus pinkfarbenem Metall erregt Aufsehen. Aber nicht wegen seines sensationellen Designs. Sondern weil man nicht auf den ersten Blick erkennen kann was das ist. Hochnotpeinliche Befragung samt Testvorführung, damit man mir Glauben schenkt. Abschluss: mit quasi erhobenem Zeigefinger und vorwurfsvoller Miene werde ich angehalten, in Zukunft dieses vermeintlich gefährliche Ding im Koffer zu transportieren. Man müsse jetzt eine Probe von dem Metall nehmen und dann könne ich gehen. Misstrauisch gibt mir der Beamte den Lautsprecher zurück und ich kann gehen. Schuldbewusst nehme ich mir vor, nächstes Mal meine Terroristen-Tarnung nicht so leicht aufs Spiel zu setzen.

Heute war ich schlauer – glaubte ich. Vor dem Rückflug heute von Frankfurt verstaute ich den gefährlichen Lautsprecher im Koffer. Im Rucksack führte ich nur mehr meinen iPod, meine Geldbörse und eine Zeitschrift mit. Ach so nein, meine Haarbürste. Was ich nicht bedacht hatte, war, dass dieses Teil eine Ionen-Haarbürste ist, die mit einer AA-Batterie betrieben wird. Das Ding ist einfach sensationell, macht das Haar geschmeidig und glänzend (Tipp für die Damen) und sollte in keiner Damenhandtasche fehlen.

Dieser Meinung sind jedoch die Sicherheitsbeamten am FRAPort leider nicht. Stau bei der Handgepäckskontrolle, weil sie zuerst rätselten, was das für ein Ding ist am Scanner. Ein elektronisches Gerät, das aussieht wie eine Haarbürste??? Das ist sehr verdächtig! Also Frau Haltmeyer, raus aus der Schlange! Und jetzt kommen Sie mal her und erklären Sie uns, was das ist.
Wie erklärt man 3 skeptischen, deutschen Sicherheitsbeamten mit Glatze, wie eine Ionen-Haarbürste funktioniert? Ich als einfache Konsumentin.
Letztlich beschließt man, mich doch nicht als Haar-Terroristin zu betrachten und lässt mich ziehen.

Die Bemerkung, dass ich mit dem Ding häufig meine Feinde zu Tode bürste, entlockt ihnen kein Lächeln.

Schade. In Wien hätt’s funktioniert.

Ich frage mich, ob nach den angedachten Nacktscannern nicht vielleicht auch noch Nacktflüge angesagt sind. Denn schließlich könnte ich eventuell mit meinem BH jemanden erwürgen…

Eure Astrid




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