Sicherheit durch Virtualisierung

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WannaCry hat einmal mehr die Begrenztheit herkömmlicher Sicherheitsvorkehrungen gezeigt. Neue Sicherheitskonzepte sind deshalb nötiger denn je. In der Virtualisierung sehen viele Softwareanbieter einen Ausweg aus dem Sicherheitsdilemma, so auch Bromium.

Im Server- und Storage-Bereich ist Virtualisierung bereits gelebter Standard, und auch die Netzwerkvirtualisierung steht aktuell auf der IT-Agenda vieler Unternehmen. Trendthemen sind dabei Software-Defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV), das heißt die Virtualisierung des Netzwerkes beziehungsweise von Netzwerkfunktionen. „Der Virtualisierungstrend geht aber noch weiter“, betont Jochen Koehler, Regional Director DACH bei Bromium in Heilbronn. „Er wird vor allem auch das Thema Sicherheit maßgeblich prägen, denn Virtualisierung markiert einen neuen Meilenstein in der IT-Sicherheit, und zwar weg von der Detektion hin zur Isolation.“

Klassische Sicherheitslösungen wie Antiviren-Tools oder auch ihre Weiterentwicklungen, die so genannten Next-Generation-Antiviren-Lösungen, sind auf die Erkennung von Schadsoftware angewiesen. Eine bisher unbekannte, neue Malware hat damit leichtes Spiel. Mit Virtualisierung und Isolation aller Aktivitäten, die das Unternehmensnetz potenziell gefährden können, kann diese Sicherheitslücke geschlossen werden.

Deshalb schlagen den Virtualisierungsweg momentan viele Unternehmen ein. Prominentes Beispiel ist Microsoft. Die Redmonder bieten bei der Enterprise-Edition ihres aktuellen Betriebssystems Windows 10 den Device Guard an, der Hardware- und Softwaresicherheitsfeatures kombiniert. Zentrale Komponente ist dabei die Virtualization-Based Security (VBS). Damit werden zentrale Betriebssystem-Services isoliert, so dass im Falle einer Kompromittierung des Betriebssystems kein Diebstahl von unternehmenskritischen Daten erfolgen kann. Zudem beabsichtigt Microsoft, auch bei seinem Browser Edge auf Virtualisierung zu setzen. So soll künftig die Option bestehen, den Browser in einer eigenen virtuellen Maschine auszuführen.

Ein weiteres Beispiel für den zunehmenden Virtualisierungstrend sind virtuelle „Surfumgebungen“, dass heißt Lösungen, die auf einem getrennten dedizierten Webbrowser basieren. Es handelt sich dabei aber um reine Softwarelösungen mit den zwangsläufig damit verbundenen Sicherheitsrisiken. Außerdem adressieren sie ausschließlich den Browser als Sicherheitsschwachstelle.

Auch Bromium selbst verfolgt mit seinen Hardware-isolierten Micro-VMs einen Virtualisierungsansatz. Zentrale Komponenten dabei sind ein speziell im Hinblick auf Sicherheit entwickelter Hypervisor und die integrierten Virtualisierungsfeatures aller aktuellen CPU-Generationen. Durch Micro-Virtualisierung kann das Ausführen potenziell gefährlicher Anwendungen gekapselt werden. Bromium erweitert damit das auf Betriebssystem-Services bezogene VBS von Microsoft entscheidend. Konkret können mit der Bromium-Lösung Browser, Dokumente, ausführbare Dateien, E-Mail-Anhänge oder portable Speichermedien isoliert werden. Eine Kompromittierung des Endpunkts und des Unternehmensnetzes über diese Angriffspfade ist damit ausgeschlossen.

„Bei allen innovativen Ansätzen in der Endpunktsicherheit steht aktuell nicht die Detektion von Schadcode oder das Aufspüren von Angriffen im Vordergrund, sondern der gezielte Schutz vor Malware“, so Koehler. „Und in technologischer Hinsicht ist dabei die Virtualisierung das Mittel der Wahl.“