Schalten Sie den Computer nicht aus. Installiert wird Update 1 von X…

Zum einen ist das ein Datenschutzvergehen auf dem Rechner, zum anderen sieht man hier genau, dass man dem Hersteller hilflos ausgeliefert ist. Manchmal benötigen die Updates einen ganzen Tag, um sich zu installieren, bis man abbricht, sonst würde das vermutlich auch eine Woche, Monat, Jahr dauern. Speziell wenn man gerade den Rechner ausschaltet, sobald Microsoft auf dem Rechner dazu auffordert, es nicht zu tun, weil gerade wieder ein Update gesendet und installiert wird, und man lieber nach Hause gehen möchte, als die Nacht an dem Ort zu verbringen, an dem man sich gerade befindet.

Nach dem nächsten Einschalten dauert es dann wieder einen ganzen Tag, bis die Updates verarbeitet sind, oder länger, oder man bricht die Routine wieder ab. Mobil taugt der Aktualisierungsservice gar nichts. Selbst mit UMTS dauert es bei größeren Updates sehr lange, bis diese heruntergeladen sind. Danach startet erst die Installation. Vor allem kann man in diesem Augenblick nicht wirklich mit dem Internet-Zugang arbeiten. Hinzu kommt der Virenscanner, der sich ebenfalls aktualisiert, und dann noch einen Scan durchführt. Die Formel lautet:

Microsoft Update Service + Installation der Updates + Aktualisierung eines Virenscanners + Scan = Nichtbenutzung eines Rechners für einen ganzen Tag.”

“Ferris macht blau” fällt mir dazu sporadisch dazu ein…

Da nützt der ganze Schutz und die verbesserte Sicherheit nicht wirklich. Zugegeben kann Ihnen nichts passieren, wenn Sie den Rechner nicht nutzen können. Qualitätssicherung scheint es nicht wirklich zu geben. Und bei dieser Komplexität und den 80 Millionen Zeilen Code, benötigt die Qualitätssicherung natürlich eine Qualitätssicherung usw.. Bloß, wo ist sie, die Qualität? (Ich gebe zu, die Desktop-Hintergründe gefallen mir besser als bei XP.)

Warum haben die Firmen denn noch nicht auf Vista umgestellt? Und vereinzelt scheint es Ansätze zu geben, zumindest die Kinder des Produkts einzusetzen – IE7, Office 2007. Das ist nicht wirklich vom CIO getrieben, der schon Bauchschmerzen bekommt, wenn er nur daran denkt, sondern mehr von der Marketing-Abteilung eines Großunternehmens, die gerne eine einfachere Dateiverarbeitung zwischen den Office-Produkten nutzen möchte.

Da wir gerade bei Marketing sind: Waren es nicht Marketing-Strategien von Microsoft und die Zusammenarbeit mit Computerherstellern, alleine um 100 Millionen Vista-Lizenzen in den Markt zu pressen, sonst hätten es vermutlich nur die Testabteilungen der Fachpresse verwendet, um möglicherweise davon abzuraten?

Ich verstehe nicht, wie man ein Produkt von derartiger Qualität auf den Markt bringen kann! Ich selbst gehöre zu den ersten Vista-Anwendern. Ich habe nunmehr alles versucht, um einigermaßen damit arbeiten zu können. Mit Vista Ultimate ist es mir gelungen die Doucement-Pillchen wieder abzusetzen, meine Stromrechnung ist trotzdem gestiegen, so einigermaßen geht es mittlerweile, ich lasse das Betriebssystem in Ruhe und es lässt mich in Ruhe, und das auch nur nach gründlichem Eintauchen in die Registrierung und Tuning-Methoden, nehmen Sie dazu bitte viele Flaschen Luft mit. Letztere finden Sie aber leider nur auf Seiten von Script-Kiddies und anderen Underground-Organisationen, die Tipps funktionieren wenigstens. Mit Vista Home Premium ist es nach wie vor eine Katastrophe.

Wenn ich an Vista denke, muss ich danach sofort an einen ganzen Hektar leckerer, frischer und saftiger Apfelbäume denken: Mein erster Rechner war ein Mac 512k. Wie sehnsüchtig erinnere ich mich an diese Zeit. Ich denke daran, und ein Lächeln fliegt mir über die Lippen

20.07.2010
Alexander Tsolkas




  1. Markus

    Wie der Autor in seinen letzten Zeilen schon richtig bemerkt hat ist der Nutzer dem Konzern aus Redmond keinesfalls hilflos ausgeliefert ist. De Facto scheitert es eher die Unmündigkeit des digitalen Bürgers als am Mangel brauchbarer Alternativen zu sein, dass sich Microsoft trotz der im Artikel erwähnten Mängel seine Marktposition sichern kann. Dieser Artikel scheint da keine Ausnahme, bemängelt er doch lieber die weithin bekannten Schwächen, als die Stärken von Apfel und Pinguin zu loben.


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